Ministerium

Israel

Die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation war Wegbereiter der diplomatischen Beziehungen. Heute existiert ein umfassendes Netzwerk gemeinsamer Aktivitäten auf bilateraler Ebene ebenso wie im Rahmen der Forschungsprogramme der EU, denen Israel seit 1996 angehört. Israel investiert viel in seine Forschung. Diese Bemühungen und die Immigrationswellen von russischen Wissenschaftlern in den 90er Jahren haben dazu geführt, dass dieses Land - gemessen an seiner Bevölkerungszahl - weltweit über die höchste Wissenschaftler- und Ingenieurdichte verfügt.

Politischer Rahmen der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit

Eckpfeiler der Zusammenarbeit sind die Minerva-Stiftung, die interministerielle Forschungskooperation zwischen BMBF, BMU, den israelischen Ministerien für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) und für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL), die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) und die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP).
 
Die Minerva-Stiftung Gesellschaft für die Forschung mbH besteht seit mehr als 40 Jahren und markierte den Beginn der wissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Israel. Seit 1973 hat die interministerielle Kooperation Forschungseinrichtungen beider Länder in mehr als 600 Projekten im Rahmen von Fachprogrammen des BMBF, des MOST und des MOITAL gefördert. Weiteres Kernstück der Zusammenarbeit ist die 1986 gegründete Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF). Im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) unterstützt BMBF seit 1997 disziplinübergreifende größere deutsch-israelische Projekte.

Auch um den Friedensprozess im Nahen Osten zu fördern, beteiligt sich BMBF an multilateralen Kooperationsprojekten mit Israel und seinen arabischen Nachbarn, vorwiegend in den Bereichen Meeresforschung und Umwelt- und Wassertechnologien.

Aktuelle Schwerpunkte der Kooperation

Die drei Programme der Minerva-Stiftung fördern über Minerva-Forschungzentren an israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Projekte am Weizmann-Institute of Science in Rehovot, die Zusammenarbeit mit Deutschland.

Bei der interministeriellen Kooperation liegen heute die Schwerpunkte in naturwissenschaftlichen-technischen Bereichen wie in den Meeres- und Geowissenschaften, der Biotechnologie, der Umweltforschung, der Material- und Nanoforschung, den Optischen Technologien, der Informations- und Kommunikationstechnologie, den Neurowissenschaften, der Krebsforschung sowie den Wassertechnologien. Die Förderung deutsch-israelischer Verbundprojekte von Wissenschaft und Wirtschaft setzt seit einigen Jahren einen Akzent auf anwendungsorientierte industrienahe Forschung. 2006 wurde die Palette durch ein erstes Verbundprojekt in den Sozialwissenschaften zum Thema Migration erweitert.

GIF fördert Spitzenforschung in praktisch sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen mit jährlich wechselnden Prioritäten. Darüber hinaus hat sie 2000 ein Sonderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler (Young Scientists Program) ins Leben gerufen. 2005 wurde zwischen dem BMBF und MOST eine schrittweise Aufstockung des Stiftungskapitals von GIF um insgesamt 50 Mio. € auf 210  Mio. € bis 2007 vereinbart.

DIP richtet sich in erster Linie an Wissenschaftlerteams, die gemeinsam in innovativen Bereichen zusammenarbeiten. Schwerpunkte liegen in der Physik, den Lebenswissenschaften und der Chemie.

Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung hat die Weiterentwicklung der Berufsbildung in beiden Ländern zum Ziel. Seit fast 40 Jahren ermöglicht das Programm Berufsbildungsexperten aus beiden Ländern, Erfahrungen auszutauschen sowie innovative Ansätze auszuarbeiten und in der Praxis zu erproben. Gemeinsam entwickelte Lehrmaterialien für die Ausbildung u.a. in der Kfz- und IT-Branche sowie in der Mikrosystemtechnik finden in beiden Ländern Anwendung. Damit gelingt es, in der Berufsbildung auf neue technologische, wirtschaftliche und demografische Herausforderungen zu reagieren. Die Ergebnisplattform des Programms macht die Produkte der Kooperation unter www.inwent.org/israel zugänglich.

Förderung der Zusammenarbeit

Neben den Kooperationsprogrammen des BMBF sind eine Reihe durch BMBF und andere staatliche Stellen geförderten Organisationen, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), aber auch private Stiftungen, vor allem die VW-Stiftung, die Thyssen -Stiftung und die Krupp-Stiftung, an der Förderung der Zusammenarbeit beteiligt.

Arches-Preis (Award for Research Cooperation and Highest Excellence in Science)

Der ARCHES-Preis wird jährlich wechselnd in den Natur- und Ingenieurswissenschaften, den Lebenswissenschaften sowie den Geistes- und Kulturwissenschaften an deutsch-israelische Nachwuchswissenschaftlerteams vergeben. Er ist mit 400.000 Euro dotiert; jedes Team erhält 200.000 Euro. Die Verwaltung des Ausschreibungs- und Auswahlverfahrens erfolgt durch die Minerva Stiftung GmbH.

Erstmals vergeben wurde der Preis anlässlich des Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie im November 2008. Ausgezeichnet wurde ein junges geisteswissenschaftliches Team für ihr Projekt "West Iranian Dialectology and Early New Persian: The Linguistic Situation in Iran during the 8th-11th Centuries".


Im Jahr 2009 wurde der ARCHES-Preis im Bereich "Lebenswissenschaften" ausgeschrieben. Ausgezeichnet wurden zwei deutsch-israelische Forscherteams aus den Bio- und Medizinwissenschaften: Dr. Stephan Grill und Dr. Ohad Medalia erhielten den Preis für ihre Arbeit zur Zellforschung, Dr. Rotem Karni und Prof. Lars Zender für ihre Arbeiten im Bereich der Krebsforschung.

Höhepunkte der Zusammenarbeit

2008

Aus Anlaß des sechzigsten Jahrestages der Staatsgründung Israels  fanden am 16./17.März 2008 die ersten Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister Olmert in Jerusalem statt. Es wurde bekräftigt, die bilaterale Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation nachhaltig zu fördern. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Frau Dr. Annette Schavan eröffnete im Rahmen der bilateralen Gespräche gemeinsam mit ihrem Amtskollegen, dem israelischen Minister für Wissenschaft, Sport und Kultur, Galeb Majadle ein Wissenschaftsforum zum Thema ""From the Laboratory Bench to the Market. Contribution of academic basic research to industrial development in Israel and Germany." Am 18.03.2008 eröffnete Frau Bundesministerin Dr. Schavan das Center for German Studies an der Hebräischen Universität in Jerusalem, das vom DAAD konzipiert und finanziert wurde.

Das Jahr 2008 wurde von Bundesministerin Dr. Schavan, und ihrem israelischen Amtskollegen Galeb Majadle zum "Deutsch-Israelischen Jahr der Wissenschaft und Technologie" erklärt und am 8. April in Berlin feierlich eröffnet. Das Jahr soll die Vielfalt und Exzellenz der bilateralen Wissenschaftskooperation sichtbar machen und dem Forschungsstandort Deutschland in Israel eine Öffentlichkeit geben. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der Zusammenarbeit von Nachwuchswissenschaftlern beider Länder. Das Wissenschaftsjahr möchte neue Impulse geben, u.a. wird ein Akzent  auf anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungskooperationen gesetzt und die Geistes- und  Sozialwissenschaften werden gestärkt. Ein Meilenstein auf diesem Weg wird die Einrichtung eines Minerva-Zentrums für Geistes- und Sozialwissenschaften sein. Weitere inhaltliche Schwerpunkte des Jahres sind Medizinwissenschaften, Sicherheits- und Umweltforschung.  Um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der deutsch-israelischen Zusammenarbeit weiter zu fördern und ihre Perspektiven zu verbessern, wird 2008 erstmalig ein Nachwuchswissenschaftlerpreis ausgelobt, der künftig jährlich verliehen werden wird.

2007

Die Aufstockung des GIF-Kapitals um 50 Mio € auf nunmehr insgesamt 210 Mio. € - getragen zu gleichen Teilen durch BMBF und MOST - wurde 2007 abgeschlossen. Dass dies trotz der äußerst schwierigen  Haushaltslage Israels gelang, zeigt einmal mehr die hohe Bedeutung der deutsch-israelischen Forschungskooperation. Die GIF wird hierdurch neue und deutliche Impulse in die Kooperationsförderung  beider Länder setzen können.

2006

Im Juni 2006 besuchte Bundesministerin Dr. Annette Schavan Israel. Dabei traf sie sich u.a. mit den israelischen Ministern für Wissenschaft und Forschung sowie für Industrie und stattete einigen der wichtigsten israelischen Universitäten und dem Weizmann-Institut einen Besuch ab. Anlässlich dieser Reise wurde die dritte Phase der erfolgreichen industriellen F&E-Kooperation in der Biotechnologie ausgeschrieben (BIO-DISC, Projektvolumen bei zur Zeit 27 Mio. €). Eine neue Kooperation "Migration und soziale Integration" wurde aus der Taufe gehoben. Zudem zeichnete die Ministerin auch drei Gewinner des israelischen "Young Scientists" Wettbewerbs aus, der vergleichbar ist mit dem "Jugend forscht" Wettbewerb in Deutschland. Vergeben wurde der deutsche Sonderpreis, mit dem eine Einladung für drei Wochen nach Deutschland verbunden ist. Gastgeber der drei jungen Preisträger ist in diesem Jahr die Universität Göttingen. Last but not least wurde die Zusammenarbeit in der Wassertechnologie deutlich intensiviert. Ein erfreuliches Ergebnis der großen wissenschaftlichen Konferenz "Water is Life" (siehe unten) anlässlich der Würdigung von 40 Jahre diplomatische Beziehun¬gen zwischen Deutschland und Israel zum Thema Wasser war die Verdreifachung  der Bewerbungen für Nachwuchsstipendien. Die Ministerreise wurde daher zum Anlass genommen, das Austauschprogramm für Nachwuchswissenschaftler/innen aus dem Bereich Wassertechnologie aufzustocken.

Mit einem deutsch-israelischen Symposion zur Krebsforschung (19.-20.3.06) im Weizmann Institute of Science in Rehovot und in der Tel Aviv University haben das Israel Ministry of Science and Technology (MOST) und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg das 30-jährige Bestehen des Kooperationsprogramms in der Krebsforschung gefeiert.

2005

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel bereitete das Internationale Büro des BMBF (IB) zusammen mit MOST ein wissenschaftliches Symposium zum Thema "Water is Life" vor, das am 7. und 8. Dezember 2005 in Jerusalem statt fand. BMBF-Staatssekretär Prof. Dr. Frieder Meyer-Krahmer und MOST Director General David Leffler konnten knapp 100 deutsche und 200 israelische WissenschaftlerInnen und VerterInnen der verschiedenen Förderorganisationen begrüßen. In dem zwei Tage dauernden Symposium wurden nicht nur die Geschichte der Forschungszusammenarbeit und ihre Errungenschaften am Beispiel der Kooperation auf dem Gebiet Wasser, sondern vor allem aktuelle Schwerpunkte und Perspektiven beleuchtet. Eine begleitende Posterausstellung vermittelt einen Querschnitt über die Ergebnisse in den zahlreichen anderen Kooperationsgebiete und über die beteiligten Forschungsorganisationen und rundet so das Bild der langjährigen Wissenschaftskooperation zwischen Deutschland und Israel ab.

Impulse von dieser Konferenz haben BMBF ermutigt, das neue grenzüberschreitende Vorhaben "Integrated Water Resources Management - SMART" mit Partnern aus Israel, Palästina und Jordanien zu beginnen, für das Forschungsmittel im Umfang von fast 10 Mio. € bereitgestellt werden.

Anlässlich des Jubiläums wurde die Israel-Broschüre aktualisiert und im Dezember 2005 in Jerusalem auf dem Symposium durch ST Meyer-Krahmer der Öffentlichkeit übergeben.

2004

Aaron Ciechanover von der medizinischen Fakultät des Technions in Haifa erhielt 2004 den Nobelpreis für Chemie für ein Forschungsthema, das von 1999 bis 2003 auch von DIP gefördert wurde. Gemeinsam mit Avraham Hershko, seinem israelischen Doktorvater, und dem amerikanischen Wissenschaftler Irvin Rose entdeckte er den durch Ubiquitin vermittelten zellulären Proteinabbau, einen Vorgang, der von großer Bedeutung unter anderem für den Schutz vor Tumoren im Rahmen der Krebsforschung ist. Dies war der erste Nobelpreis in den Wissenschaften, der an israelische Forscher vergeben wurde.

Diese Forschung wurde zuvor bereits in mehreren deutsch-israelischen Kooperationsprojekten vorbereitet: So förderten GIF, die Volkswagenstiftung sowie die interministerielle Kooperation zwischen BMBF und MOST insgesamt vier Projekte.

  • Ministerium

    Deutsch-Israelisches Jahr der Wissenschaft und Technologie 2008

    Am 7./8. April wurde in Berlin im Beisein der Bundesministerin für Bildung und Forschung Dr. Annette Schavan und des israelischen Ministers für Wissenschaft, Kultur und Sport, Galeb Majadle, das Deutsch-Israelische Jahr der Wissenschaft und Technologie 2008 mit einem Eröffnungskonzert und einem Festakt eröffnet. Über das gesamte Jahr finden bilaterale Veranstaltungen in Bildung und Forschung, Wissenschaft und Technologie statt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12324.php)

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Dokumente

Publikationen

  • Deutschland - Israel

    Titelbild der Publikation

    Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technik und Bildung - 4. überarbeitete Auflage -

    2008, 72 Seiten
    Bestell-Nr.: 29986

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 2,34 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/zusammenarbeit_wtb_deutschland-israel.pdf)

  • Germany - Israel

    Titelbild der Publikation

    Science and Technology, Education and Research - 4rd revised edition -

    2008, 72 Seiten
    Bestell-Nr.: 29989

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 1,68 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/cooperation_ste_germany-israel.pdf)

  • Cooperation Germany-Israel

    Titelbild der Publikation

    in Science, Technology and Industrial R&D MOITAL - BMBF - MOST

    2005,

    Download [PDF - 527,7 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/flyer_cooperation_germany_israel.pdf)

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  • Internationales Büro des BMBF beim DLR e.V.

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