
Diabetes gehört mit ca. 6 Millionen diagnostizierten Fällen und einer wahrscheinlich ebenso hohen Dunkelziffer zu den häufigsten Volkskrankheiten in Deutschland. Nicht nur der Diabetes sondern auch die Folgeerkrankungen schränken die Lebensqualität der Patienten erheblich ein. Die Behandlung stellt Ärzte und Gesundheitssysteme gleichermaßen vor Herausforderungen: die Gesundheitssysteme durch die massiven Kosten, die Ärzte, weil grundlegende und wirksame Therapien bislang fehlen. Um neue Therapien zu erforschen und die Pflege und Versorgung zu verbessern investiert das BMBF fünf Millionen in den Aufbau des neuen Zentrums für Diabetesforschung.
Am 24. Juni 2009 wurde in München das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V., DZD e.V., gegründet. Es entsteht aus der interdisziplinären Zusammenarbeit von Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft - vertreten durch das Deutsche Diabeteszentrum (DDZ), das Deutsche Institut für Ernährung (DIfE) sowie das Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt - mit der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Dresden. Als fünf gleichberechtigte Partner werden sie künftig im Auftrag des BMBF dazu beitragen, die offenen Fragen aufzuklären. Weiterhin sind die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung e.V..
Sitz der Geschäftsstelle des DZD e.V. ist das Helmholtz Zentrum München. Sitz des Vereins ist Berlin.
Mittelfristig soll das DZD e.V. erweitert werden und weitere Partner einbeziehen.
Die komplexen Entstehungsmechanismen des Diabetes und die großen Wissenslücken im Feld erfordern einen interdisziplinären Forschungsansatz. Dazu bündelt das DZD e.V. deutschlandweit Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, High-Tech, Epidemiologie und klinische Anwendung. Der schnelle persönliche Austausch von Ideen, Erkenntnissen, Materialien und der Forschergeist aller beteiligter Wissenschaftler legen hier den Grundstein für einen Paradigmenwechsel in der Diabetesforschung: weg von der Symptomlinderung, hin zur Ursachenforschung und der Möglichkeit einer wirksamen Prävention und echten Heilung. Maßgeschneiderte, grundlegende Therapien sollen künftig das individuelle Risiko des jeweiligen Patienten berücksichtigen. Auch Gen-Umwelt-Interaktionen, das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren und die molekularen Entstehungsmechanismen sind zentrale Elemente der Arbeiten.
Unter anderem werden Fragestellungen wie die folgenden untersucht:
Um Antworten zu finden und der medizinischen Notwendigkeit ebenso wie der ökonomischen Dringlichkeit Rechnung tragen, wird die Bandbreite von Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Studien und Verbesserung der Krankenversorgung reichen. Dazu forschen die Wissenschaftler gemeinsam an zehn Verbundprojekten in drei Programmen - und arbeiten zudem an Einzelprojekten, die zu ihrem jeweiligen Profil beitragen. Ausrichtung und Qualität der Forschungsprogramme werden in regelmäßigen Begutachtungen durch die wissenschaftlichen Beiräte sowie durch externe, international besetzte Gremien, geprüft. Satzungsgemäß erfüllen die Institute Aufgaben von gesamtstaatlicher und damit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.

Wie Ernährung und Gene auf die Gesundheit wirken
2008, 84 Seiten
Bestell-Nr.: 30415
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